Naturkosmetik oder Chemie: warum die Frage falsch gestellt ist

Kaum ein Thema der Hautpflege wird so leidenschaftlich diskutiert wie der Streit zwischen Naturkosmetik und sogenannter chemischer Kosmetik. In den Drogerieregalen werben Tiegel und Tuben mit „ohne Chemie“, „100 % natürlich“ oder „Clean Beauty“, in den sozialen Netzwerken kursieren Listen angeblich gefährlicher Stoffe, die man am besten sofort aus dem Badezimmer verbannen sollte. Wer seiner Haut einfach etwas Gutes tun möchte, verliert dabei schnell den Überblick. Dabei ist schon die Ausgangsfrage schief. Jede Creme, jedes Shampoo und jedes Badesalz ist ein Gemisch chemischer Stoffe, denn Wasser, Öl, Zucker, Salz und Vitamine sind nun einmal Chemie. Sinnvoller ist es, anders zu fragen: Woraus besteht ein Produkt, wie wurde es hergestellt, wie ist es konserviert und wie verträgt es die Haut eines ganz bestimmten Menschen?

Lázně Pramen arbeitet seit 2008 mit natürlichen Rohstoffen. In die hölzernen Wannen kommen direkt vor den Augen unserer Gäste handwerklich gebrautes Bier, Saazer Hopfen, Bierhefe und Malz, beim Weinbad dagegen Rotwein, Traubenkernextrakt, Weinlaub, Honig, Kräuter und Blüten französischen Lavendels. Am Empfang verkaufen wir außerdem unsere eigene Linie Bierkosmetik. Gerade deshalb möchten wir der Debatte keinen weiteren griffigen Slogan hinzufügen. Der tägliche Betrieb lehrt uns etwas anderes: Ein natürlicher Ursprung ist eine interessante Eigenschaft, aber keine Garantie für Qualität, Wirkung oder Verträglichkeit. Gute Pflege beruht auf ehrlichen Rohstoffen, durchdachter Verarbeitung und dem Wissen, dass jede Haut ein wenig anders reagiert.

Wir gehen das Thema deshalb Schritt für Schritt an. Zunächst klären wir, was sich hinter den Begriffen „natürlich“ und „synthetisch“ verbirgt, wie streng das europäische Recht sämtliche Kosmetik regelt, ganz gleich, was auf der Verpackung steht, warum auch ein Naturprodukt konserviert werden muss und weshalb eine Pflanze ebenso Reizungen auslösen kann wie ein synthetischer Duftstoff. Anschließend schauen wir uns an, worin sich Bierkosmetik von gewöhnlicher Drogerieware unterscheidet, wie die Hautpflege während eines Bierbads aussieht und worauf Sie achten sollten, wenn Sie im Geschäft ein Fläschchen umdrehen und die Inhaltsstoffe lesen. Wir wollen Sie nicht davon überzeugen, dass eine Seite recht hat. Unser Ziel ist ein anderes: dass Sie beim nächsten Einkauf nach Informationen entscheiden und nicht danach, wie grün die Werbung wirkt.

Alles ist Chemie: was „natürlich“ eigentlich bedeutet

In der Werbung ist „Chemie“ zum Inbegriff des Künstlichen und Verdächtigen geworden. Wissenschaftlich betrachtet ergibt das keinen Sinn. Chemie ist die Lehre von den Stoffen und ihren Umwandlungen, und ein Stoff ist buchstäblich alles, was wir uns auf Haut oder Haare auftragen. Glycerin aus Pflanzenölen, Milchsäure, die wir aus Sauermilch kennen, oder durch Fermentation gewonnene Hyaluronsäure besitzen allesamt eine exakt definierte chemische Formel. Der Unterschied zwischen „natürlicher“ und „chemischer“ Kosmetik liegt also nicht darin, ob sie Chemie enthält. Entscheidend ist, woher die Stoffe stammen und wie stark sie verarbeitet wurden, bevor sie im Tiegel landen.

Grob lassen sich kosmetische Rohstoffe in vier Gruppen einteilen:

  • Naturstoffe in ursprünglicher Form - kaltgepresste Pflanzenöle, Honig, getrocknete Kräuter, Meer- oder Steinsalz.
  • Verarbeitete Stoffe natürlichen Ursprungs - Emulgatoren aus Kokos- oder Palmöl, Glycerin, milde Tenside auf Zuckerbasis.
  • Naturidentische Stoffe - etwa manche Vitamine oder Duftmoleküle, die im Labor mit derselben Struktur hergestellt werden, die sie auch in der Pflanze haben.
  • Rein synthetische Stoffe ohne natürliches Vorbild - Silikone, zahlreiche UV-Filter, viele Konservierungsmittel und Polymere.

Keine dieser Gruppen ist an sich gut oder schlecht. Ein synthetischer Stoff kann hochrein, stabil und gründlich erforscht sein, gerade weil ihn der Hersteller in stets gleicher Qualität produzieren kann. Ein Pflanzenextrakt dagegen enthält Dutzende bis Hunderte Bestandteile, deren Verhältnis sich mit Erntejahr, Boden, Wetter und Trocknungsmethode verändert. Das gilt auch für die Rohstoffe in unseren Bädern: Kein Hopfenjahrgang aus dem Saazer Land gleicht dem anderen, und auch zwei Weinlesen sind nie ganz identisch. Genau das macht Naturstoffe reizvoll. Im Gegenzug verlangt es große Sorgfalt bei der Wahl der Lieferanten.

Wissenswert ist zudem, dass der Begriff „Naturkosmetik“ im europäischen Recht nicht einheitlich definiert ist. Jeder Hersteller kann ihn auf seine Weise auslegen. Deshalb sind private Zertifizierungssysteme entstanden, die eigene Regeln für den Anteil natürlicher und ökologisch angebauter Bestandteile festlegen. Die Herkunft eines Rohstoffs allein sagt nichts über seine Sicherheit aus. Diese schlichte Tatsache ist ein guter Ausgangspunkt für alles Weitere: Natürlich bedeutet nicht automatisch schonend, synthetisch nicht automatisch schädlich.

Wie das EU-Recht Kosmetik überwacht, egal was auf dem Etikett steht

Wer sich vor „Chemie“ in Kosmetik fürchtet, ahnt oft nicht, wie streng der Markt in der Europäischen Union reguliert ist. Grundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über kosmetische Mittel. Sie gilt gleichermaßen für die Luxuscreme aus der Parfümerie, das Shampoo vom Discounter und die kleine handgefertigte Serie. Zwischen natürlicher und synthetischer Kosmetik unterscheidet die Verordnung nicht. Für sie zählt allein, dass ein Produkt bei normalem und vernünftigerweise vorhersehbarem Gebrauch für die menschliche Gesundheit sicher ist.

Was heißt das konkret? Eine Reihe von Pflichten trifft ausnahmslos jeden Hersteller:

  • Für jedes Produkt gibt es in der EU eine verantwortliche Person, die für seine Sicherheit haftet.
  • Vor dem Inverkehrbringen muss eine qualifizierte Fachperson eine Sicherheitsbewertung erstellen, und der Hersteller muss eine Produktinformationsdatei führen.
  • Jedes Produkt wird im zentralen europäischen Notifizierungsportal für kosmetische Mittel gemeldet.
  • Die Anhänge der Verordnung enthalten Listen verbotener Stoffe und eingeschränkt zugelassener Stoffe sowie zugelassener Farbstoffe, Konservierungsmittel und UV-Filter.
  • Die Zusammensetzung wird nach der internationalen INCI-Nomenklatur angegeben, absteigend nach Gehalt.
  • Bestimmte Duftstoffallergene müssen namentlich genannt werden, sobald ihr Gehalt einen festgelegten Grenzwert überschreitet.

Für Verbraucher ergibt sich daraus eine wichtige Erkenntnis. Ein Konservierungsmittel in der Liste eines gewöhnlichen Shampoos wurde geprüft und ist in einer bestimmten Höchstkonzentration zugelassen. Umgekehrt sagt ein Aufdruck wie „ohne Parabene“ oder „ohne Chemie“ für sich genommen nichts darüber aus, ob ein Produkt schonender ist. Die Europäische Kommission verlangt in ihren ergänzenden Regeln für Werbeaussagen bei Kosmetik denn auch, dass Werbebotschaften wahr und belegt sind und andere, rechtskonforme Produkte nicht herabsetzen. Eine „Frei von“-Angabe ist daher nur dann sinnvoll, wenn sie echte Information liefert, etwa für Menschen mit nachgewiesener Empfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff.

Dieser Rahmen gilt für große internationale Marken ebenso wie für kleine Hersteller, die mit Bier, Wein oder Kräutern arbeiten. Eine kleine Serie steht also nicht automatisch „außerhalb des Systems“, und ein großer Konzern ist nicht automatisch verdächtig. Die Unterschiede liegen eher in der Geschichte hinter einem Produkt, in der Produktionsmenge, im Tempo, mit dem das Sortiment wechselt, und darin, wie nah der Hersteller an seinen Rohstoffen ist. Genau hier wird Bierkosmetik interessant.

Konservierungsmittel, Allergene und der Mythos der harmlosen Natur

Eines der häufigsten Argumente gegen „chemische“ Kosmetik sind Konservierungsmittel. Allerdings ist jedes Produkt, das Wasser enthält, ein idealer Nährboden für Bakterien, Schimmelpilze und Hefen. Eine Creme oder ein Shampoo öffnen Sie Dutzende, wenn nicht Hunderte Male, Finger greifen hinein, das Produkt steht warm im feuchten Badezimmer. Ohne wirksame Konservierung könnten sich darin innerhalb weniger Wochen Mikroorganismen vermehren, die der Haut deutlich mehr schaden als ein zugelassenes Konservierungsmittel in niedriger Dosierung. Produkte ganz ohne Konservierung sind deshalb entweder wasserfrei, wie Öle, Salze und manche Peelings, oder sie halten nur kurz und müssen kühl gelagert werden.

Der zweite Mythos lautet, natürliche Stoffe könnten keine Allergien auslösen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Kontaktdermatitis, also eine entzündliche Hautreaktion nach Kontakt mit einem bestimmten Stoff, tritt in zwei Formen auf. Die irritative Dermatitis entsteht, wenn ein Stoff die Hautbarriere direkt schädigt, typischerweise durch häufiges Waschen und aggressive Reinigungsmittel. Die allergische Dermatitis ist dagegen eine Reaktion des Immunsystems auf einen Stoff, gegen den die Haut zuvor sensibilisiert wurde. Als häufige Auslöser nennen Fachquellen Duftstoffe, Konservierungsmittel, bestimmte Metalle und eben auch Pflanzen. Für die Haut ist ein Pflanzenextrakt genauso fremd wie ein synthetisches Molekül, und eine natürliche Duftmischung kann genau jene Allergene enthalten, die nach europäischem Recht namentlich auf der Verpackung stehen müssen.

Was folgt daraus für den Alltag? Einige Grundsätze gelten unabhängig davon, ob Sie Natur- oder konventionelle Kosmetik kaufen:

  • Testen Sie ein neues Produkt zuerst auf einer kleinen Hautstelle, etwa an der Innenseite des Unterarms, und beobachten Sie die Reaktion über einige Tage.
  • Wenn Sie eine Empfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff kennen, suchen Sie ihn in der INCI-Liste und nicht in den Werbeversprechen auf der Vorderseite.
  • Je mehr Bestandteile ein Produkt enthält, desto größer ist theoretisch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf einen davon reagieren.
  • Stark parfümierte Produkte verursachen häufiger Beschwerden als unparfümierte, ganz gleich, woher der Duft stammt.

Diese Grundsätze gelten auch für Bier, Hopfen, Hefe oder Wein. Es sind wunderbare Rohstoffe mit langer Tradition, aber eben biologisch aktives Material. Genau deshalb sprechen wir mit Respekt über sie, und genau deshalb sieht jeder Gast, was ihm in die Wanne gegeben wird. Transparenz halten wir für eine der wichtigsten Eigenschaften wirklich ehrlicher Pflege.

Bierkosmetik: was sie von der Drogerieware unterscheidet

Bier gehört zur tschechischen Identität wie die Prager Burg. Kein Wunder also, dass Brauzutaten ihren Weg auch in die Körper- und Haarpflege gefunden haben. Hopfen, Malz und Bierhefe begleiten die Menschen seit Jahrhunderten, und die Verbindung von Bier und Bad hat in Böhmen eine lange Geschichte. Für uns ist Bierkosmetik die logische Fortsetzung dessen, was in unseren Wannen geschieht: Gäste sollen ein Stück des Badeerlebnisses mit nach Hause nehmen und die Pflege auch im ganz normalen Alltag weiterführen können.

Unsere eigene Bierkosmetik, die wir selbst herstellen und am Empfang verkaufen, umfasst genau fünf Produkte:

  • Biershampoo,
  • Haarspülung,
  • Körperpeeling,
  • Körperscrub,
  • Badesalz.

Die Serie deckt damit sowohl Haar- als auch Körperpflege ab. Shampoo und Spülung sind für die tägliche Haarwäsche gedacht, Peeling und Scrub für die regelmäßige Pflege der Körperhaut, und das Badesalz für Momente, in denen Sie sich zu Hause ein eigenes Entspannungsbad einlassen möchten. Preise veröffentlichen wir nicht auf der Website. Das aktuelle Angebot zeigen wir Ihnen gern direkt am Empfang, wo Sie die Produkte in die Hand nehmen, daran riechen und alle Fragen stellen können. Die Produkte gibt es unabhängig von einer Anwendung, Sie können sie also auch ohne Buchung eines Bads kaufen.

Worin unterscheidet sich solche Kosmetik von den Produkten einer großen Drogeriekette? Vor allem im Maßstab und in der Nähe zum Rohstoff. Ein Großhersteller optimiert seine Rezepturen für Millionen Stück, für Stabilität auf langen Transportwegen und für einen einheitlichen Duft in allen Ländern. Eine kleine Serie, die aus dem täglichen Betrieb eines Bades heraus entsteht, bleibt nah an dem, womit wir in den Anwendungen arbeiten, und an den Menschen, die sie benutzen.

Fairerweise muss man auch sagen, was Bierkosmetik nicht ist. Sie ist kein Wundermittel, sie ersetzt keine dermatologische Behandlung, und sie ist nicht „ohne Chemie“, denn ein solches Produkt gibt es nicht. Wie jede Kosmetik auf dem europäischen Markt unterliegt sie denselben Regeln wie jedes andere Shampoo oder Peeling. Ihr Mehrwert liegt in ihrer Geschichte, in der Verbindung zur tschechischen Brautradition und in der Möglichkeit, an das Badeerlebnis anzuknüpfen. Wer die Brauzutaten nicht nur vom Etikett kennen, sondern aus nächster Nähe erleben möchte, findet sie im Bierbad.

Bier- und Weinbad in der Praxis: was in die Wanne kommt

Bei Kosmetik aus der Flasche lesen Sie das Etikett. Eine Anwendung im Bad dagegen verfolgen Sie mit eigenen Augen. Beim Bierbad kommt eine Mischung aus dem handwerklich gebrauten Bier Petrovické zlato, Saazer Hopfen, Bierhefe und Malz in eine handgefertigte Holzwanne, und zwar direkt vor Ihnen. Das Wasser hat 35-38 °C, also annähernd Körpertemperatur, und die Düsen des Whirlpools halten es sanft in Bewegung. Direkt an der Wanne gibt es einen Zapfhahn, an dem Sie sich während des Besuchs unbegrenzt helles und dunkles Bier zapfen können, dazu gibt es einen kleinen Imbiss.

Der gesamte Besuch dauert 90 Minuten und folgt einem klaren Ablauf. Etwa 10 Minuten nimmt die Vorbereitung ein: Das Team erklärt Ihnen alles Wichtige und bereitet das Bad vor Ihren Augen zu. In der Wanne verbringen Sie dann 20-30 Minuten, meist um die zwanzig, auf Wunsch bis zu dreißig. Die restlichen rund 50 Minuten ruhen Sie auf einem beheizten Lager aus Weizenstroh neben einem elektrischen Kamin, dessen warmes Licht die Atmosphäre abrundet. Die intime Rubinquelle (Rubínový pramen) mit ihrer Lärchenholzwanne ist ideal für ein oder zwei Gäste. Das Bierbad kostet ab 148 € pro Raum, nicht pro Person. Für ein Paar in einer gemeinsamen Wanne ist der Preis also derselbe wie für einen einzelnen Gast.

Das Weinbad ist genauso aufgebaut, arbeitet aber statt mit Brauzutaten mit Rotwein, Traubenkernextrakt, Weinlaub, Honig, Kräutern und Blüten französischen Lavendels. Für ein bis zwei Gäste beginnt es bei 201 € pro Raum, inklusive einer Flasche Wein und einer Platte mit Obst und Käse. Kommen Sie in größerer Runde oder können Sie sich nicht zwischen Bier und Wein entscheiden, bietet die geräumige Goldene Quelle (Zlatý pramen) zwei Eichenwannen nebeneinander. Die Kombination aus Bier- und Weinbad für 2-4 Gäste kostet ab 238 € pro Raum, zwei Bierwannen ab 190 € und zwei Weinwannen ab 268 €.

Eine Empfehlung verbindet beide Anwendungen und zeigt gut, wie wir Hautpflege verstehen. Jeder Raum hat eine Dusche, dennoch raten wir, den Bier- oder Weinextrakt etwa zwei Stunden lang nicht abzuspülen. So bleibt die Haut auch ein bis zwei Tage nach dem Besuch glatter und besser genährt. Kein Fläschchen kann Ihnen diese Erfahrung ersetzen: den Moment, in dem ein Rohstoff Zeit bekommt, zu wirken.

Inhaltsstoffe lesen und Kosmetik mit Verstand auswählen

Ob Sie nun Natur- oder konventionelle Kosmetik bevorzugen: Ihr wertvollstes Werkzeug ist die Rückseite der Verpackung. Die INCI-Liste wirkt auf den ersten Blick wie ein lateinisch-chemischer Geheimcode, doch mit ein paar Grundregeln finden Sie sich schnell zurecht. Die Bestandteile stehen absteigend nach ihrem Gehalt, die ersten drei bis fünf Einträge machen also den Großteil des Produkts aus. Stoffe mit einer Konzentration unter einem Prozent dürfen am Ende der Liste in beliebiger Reihenfolge erscheinen. Wirbt ein Produkt vorne also „mit Hopfenextrakt“ und taucht dieser erst ganz am Schluss auf, ist er eher Beiwerk als Hauptzutat.

In der Praxis kann die Auswahl so ablaufen:

  1. Ignorieren Sie zunächst die Vorderseite. Begriffe wie „natürlich“, „clean“ oder „ohne Chemie“ sind gesetzlich nicht einheitlich definiert.
  2. Lesen Sie die ersten fünf Bestandteile. Sie verraten, woraus das Produkt tatsächlich besteht: aus Wasser, Öl, Tensid oder Salz.
  3. Suchen Sie nach „Parfum“ und namentlich genannten Allergenen. Bei empfindlicher Haut finden Sie dort am ehesten mögliche Auslöser.
  4. Achten Sie auf das Symbol des geöffneten Tiegels. Die Zahl mit dem Buchstaben M gibt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen verwendbar ist.
  5. Prüfen Sie das Zertifikat, wenn es Ihnen wichtig ist. Private Siegel folgen eigenen Regeln, die sich nachlesen lassen.
  6. Testen Sie das Produkt auf einer kleinen Stelle. Kein Etikett ersetzt die Reaktion Ihrer eigenen Haut.

Hilfreich ist es auch, an die Art des Produkts zu denken. Ein Shampoo oder Duschpeeling wird nach wenigen Minuten abgespült, eine Creme oder Körpermilch bleibt stundenlang auf der Haut. Deshalb legt das europäische Recht für abzuspülende und auf der Haut verbleibende Produkte unterschiedliche Grenzwerte fest, beispielsweise für die Angabe von Duftstoffallergenen. Bei empfindlicher Haut lohnt es sich daher, gerade bei Produkten, die auf der Haut bleiben, vorsichtiger zu sein und eine schlichtere Zusammensetzung zu wählen.

Zum Schluss ein Rat, der banal klingt, aber funktioniert: Weniger ist oft mehr. Die Haut braucht keine zehn Schichten und keine fünf Wirkstoffe auf einmal. Eine einfache Routine aus einem guten Reinigungsprodukt, einem milden Peeling ein- bis zweimal pro Woche und ausreichend Feuchtigkeit deckt die meisten Bedürfnisse ab. Ob einzelne Bestandteile natürlich oder synthetisch sind, ist erst die zweite Frage. Entscheidend ist, ob Ihnen die Routine guttut und ob Sie sie auf Dauer durchhalten.

Über Natur- und chemische Kosmetik lässt sich theoretisch endlos streiten. Viel spannender ist die Frage, was Ihrer Haut wirklich guttut. Wer Brau- und Weinzutaten in ihrer unmittelbarsten Form kennenlernen möchte, findet Lázně Pramen in der Dejvická 255/18 in Prag 6, zwei Gehminuten von der Metrostation Hradčanská entfernt. Geöffnet ist montags bis freitags von 10:00 bis 22:00 Uhr, am Wochenende von 10:00 bis 23:00 Uhr. Alle Räume sind privat, Sie genießen die Anwendung also ganz für sich.

Wer mehr als ein klassisches Bad sucht, bucht die V.I.P.-Smaragdquelle (Smaragdový pramen). Der Besuch dort dauert zweieinhalb Stunden und beginnt in der Zedern-Phytosauna: einem Zedernholzfass, in dem Sie im Dampf von Kräuteraufgüssen sitzen, während der Kopf draußen bleibt. Das Paket V.I.P. Beer SPA für ein bis zwei Gäste geht mit einer Entspannungsmassage oder einem Körperpeeling weiter, gefolgt vom Bierbad und einer Ruhephase, und kostet ab 293 € pro Raum. V.I.P. Wine SPA folgt demselben Ablauf mit Weinbad, einer Flasche Wein und einer Platte mit Obst und Käse, ab 326 €. Delux Wine SPA ist für einen Gast gedacht und verbindet Phytosauna, Weinpeeling, Weinwickel, eine Ganzkörpermassage mit Traubenkernöl und Ruhe am Kamin bei einem Glas Wein und einer Käseplatte. Als einziges Paket enthält es auch einen Bademantel und kostet ab 326 €.

Reizt Sie eher eine ruhige Umgebung ohne Wanne, probieren Sie die Salzgrotte Saphirquelle (Safírový pramen) mit zehn Tonnen Stein-, Totes-Meer- und Himalayasalz. Dort finden die Massagen statt: eine dreißigminütige Entspannungsmassage für Rücken, Nacken und Schultern ab 33 €, eine einstündige Ganzkörper-Entspannungsmassage ab 50 € und eine Sportmassage ab 75 €. Sie eignen sich als eigenständiger Besuch ebenso wie als Ergänzung zum Bad.

Nach der Anwendung lohnt ein Halt am Empfang, um sich unsere Bierkosmetik anzusehen, mit der Sie die Pflege zu Hause fortsetzen können. Möchten Sie das Erlebnis verschenken, greifen Sie zum Geschenkgutschein, bei dem die beschenkte Person die Anwendung selbst wählt. Buchen können Sie online auf der Seite mit allen Anwendungen, Fragen beantworten wir gern über unsere Kontaktseite. Eine vollständige Übersicht der Situationen, in denen wir von den Anwendungen abraten, einschließlich Allergien gegen ihre Bestandteile, finden Sie in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel - eur-lex.europa.eu
  2. Europäische Kommission: Kosmetika - single-market-economy.ec.europa.eu